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212-30012 Blickpunkt Welt - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland "Kindertransporte 1938/39 - die Flucht jüdischer Kinder vor dem Holocaust und ihre Folgen"

Beginn Do., 28.10.2021, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursgebühr 12,00 €
Dauer 1x

Die Geschichte der Kindertransporte gilt als eines der wenigen positiven Kapitel in der Holocaust-Forschung: über 10.000 unbegleitete jüdische Kinder und Jugendliche konnten 1938/39 nach Großbritannien oder Frankreich gerettet werden, weil ihre Eltern bereit waren, sich von ihnen zu trennen.
Die Kinder, zwischen zwei und 16 Jahren alt, wurden bei Privatfamilien oder in Internaten untergebracht, viele von ihnen emigrierten nach dem Krieg in die USA.
Die Rettung durch einen Kindertransport blieb dabei nicht ohne traumatische Folgen– die zwangsweise Trennung von den Eltern und die Entwurzelung aus dem gewohnten Leben hinterließen (emotionale) Spuren in der Biographie. Trotz allem gelang es aber den "Kindern" als Gruppe, diese Traumata zu überwinden und in der Regel überaus erfolgreiche Leben zu führen.

Der Vortag basiert auf zahlreichen Zeitzeugen-Interviews, die Lilly Maier mit amerikanischen Holocaust-Überlebenden geführt hat. Für ihre Forschung wurde sie von der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem "Forscherpreis 2014 für exzellente Studierende" ausgezeichnet.




Kursort

Gemeinde- und Schulbibliothek

Pestalozzistr. 16
82041 Oberhaching

Termine

Datum
28.10.2021
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Pestalozzistr. 16, Gemeinde- und Schulbibliothek, Pestalozzistr. 16



Dozent(en)

Lilly Maier

Kurse


Lilly Maier (Jahrgang 1992) studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Geschichte und als Fulbright-Stipendiatin an der New York University Journalismus. Ihre Abschlussarbeit, die sich mit den langfristigen Nachwirkungen der Kindertransporte beschäftigt, wurde mit dem „Forscherpreis für exzellente Studierende 2014“ der Ludwig-Maximilians-Universität München ausgezeichnet. Seit 2012 arbeitet sie als Referentin in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Ihre Forschung stellt sie regelmäßig in Vorträgen vor. Seit zehn Jahren arbeitet sie als freiberufliche Journalistin für eine Reihe von Medien in Deutschland, Österreich und Amerika, unter anderem für FOCUS Online, Kurier, The Forward, The Columbus Dispatch, Die StadtSpionin und PolitiFact.com. 2018 erschien ihr Buch „Arthur und Lilly. Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende“, die Biografie von Arthur Kern mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verbindet. Derzeit promoviert Lilly Maier am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur in München über Frauen als Retterinnen von Juden während der Shoah.