Heute erscheint uns Monets „Impression, Sonnenaufgang“ vertraut – ein stilles Erwachen in Farbe und Licht. Doch bei seiner Entstehung war es ein Bruch mit allem, was Kunst bis dahin zu sein schien. Die Malerei jener Zeit suchte das genaue Abbild, die feste Form. Monet aber fragte nach dem, was sich nicht festhalten lässt: den Augenblick.
Er wollte das Zittern des Morgens malen, das Licht, das auf dem Wasser tanzt und im nächsten Moment schon vergeht. Der Hafen von Le Havre löst sich in Nebel und Farbe auf: dunkle Boote im Vordergrund, dahinter Schemen, die kaum noch Wirklichkeit sind. Nur die Sonne – ein runder, glühender Punkt – bleibt als ruhender Pol inmitten der Veränderung.
So wurde das Sichtbare zum Gefühl, das Licht zum eigentlichen Motiv. Mit diesem Bild begann eine neue Epoche – eine Kunst, die nicht die Welt abbildet, sondern ihre Wahrnehmung und das Bild wurde prägend für den Impressionismus.
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